BUCHTIPP: Der Menschenheiler, Koen Peeters

  • Juli 5, 2021

Remi wächst als Sohn eines Bauern in der flämischen Westhoek auf, inmitten von wortkargen Menschen und Legenden über den Ersten Weltkrieg, der das Land in den großen Flandernschlachten verwüstet und dessen Menschen geprägt hat. Sein Onkel erzählt ihm immer wieder von einem schwarzen Soldaten aus dem Kongo und Remi übernimmt diese Faszination für das Fremde und den Glauben an die Kraft von Geschichten. Aus Wissensdurst und um dem Leben auf dem Bauernhof zu entkommen, tritt er in ein Kloster ein. Die Jesuiten entsenden den jungen Mann in den Kongo, wo er allerdings nicht missioniert, sondern selbst die Mythen der Bevölkerung erforscht und zum Lernenden wird. Auch lebt er beim Stamm des ehemaligen Soldaten, der in der Westhoek gefallen ist, wird im gewissen Sinne als dessen Wiedergänger bei den Yaka aufgenommen. Remi verlässt danach die Jesuiten, kehrt nach Belgien zurück und wird Ethnologe, später Psychoanalytiker.

Erzählt wird von Remi selbst und aus der Perspektive eines seiner früheren Studenten, der in den Kongo reisen möchte, um eine ethnologische Arbeit fertig zu schreiben.
Der Menschenheiler ist ein Roman über die Sehnsucht nach Erkenntnis und Verständnis, zu denen man durch den Kontakt mit der anderen Kultur, den eigenen Träumen und verschütteten Mythen gelangen kann.

Koen Peeters, geb. 1959, gehört zu den renommiertesten Autoren Flanderns. Er studierte u.a. Kulturanthropologie. Peeters hat mehrere Preise gewonnen, u.a. den NCR-Preis, den F. Bordewijk-Preis und den E. du Perron-Preis. Sein 2012 erschienener Roman Tausend Hügel beschäftigt sich mit dem Völkermord in Ruanda. Romane von Koen Peeters wurden ins Italienische, Bulgarische, Ungarische, Slowenische und Arabische übersetzt.

Originaltitel: De Mensengenezer
Hardcover, 350 Seiten, 12.9 x 20.3 cm
ISBN: 978-3-95510-241-8
Übersetzt von Stefan Wieczorek
Osburg Verlag

Erscheinungsdatum: März 2021