BUCHTIPP: Nachtdrift, Charlotte Van den Broeck

  • September 9, 2021

So anspruchsvoll ist man wirklich nur, wenn man jung ist und noch angefüllt mit Verunsicherung. Denn von den Geliebten will man es unbedingt wissen: Bin ich richtig? Stimmen meine Gefühle?
Aber alles lässt sich nicht aussprechen. Und so werden diese Reisen durchs Leben, die Van den Broeck in „Nachtdrift“ in atemlose Verse spinnt, Reisen durch Verunsicherungen. Nähe und Trennung sind gleichermaßen vollgepackt mit Fürchten und Staunen. Denn wenn man sich nicht auf die Gewissheiten des Dorfes verlassen kann, liegt alles in der eigenen Hand – das ganze Risiko zu leben, zu lieben, zu verlieren.

Die Gedichte aus Charlotte Van den Broecks Gedichtsammlung „Nachtdrift“ bringen das "unendliche Gefühl des Reisens, der nächtlichen Autobahnen und Hotelzimmer zum Ausdruck, einer Welt der Atemlosigkeit, die einem durchaus zu groß sein kann und dennoch: „Die Reise war nicht weit genug“" (Julie Ralf, 2021).

Charlotte Van den Broeck, 1991 in Turnhout geboren, studierte englische und deutsche Literatur und Sprachkunst am Konservatorium Antwerpen. 2015 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband "Chamäleon", der mit dem flämischen Herman-de-Coninck-Preis für das beste Debüt des Jahres ausgezeichnet wurde. 2017 folgte ihre zweite Sammlung "Nachtroer", die mit dem Paul-Snoek-Preis für das beste niederländischsprachige Gedichtbuch ausgezeichnet wurde. "Wagnisse" schaffte es auf Anhieb auf die Bestsellerliste und kam in die engere Wahl für den wichtigen Boekenbon-Literaturpreis 2020.

Originaltitel: Nachtroer (Arbeiderspers, 2017)
150 Seiten, farbig, 140 x 210 mm
ISBN: 978-3-86660-273-1
Übersetzt von Stefan Wieczorek
Leipziger Literaturverlag

Erscheinungsdatum: März 2021