BUCHTIPP: Wagnisse, Charlotte Van den Broeck

  • August 4, 2021

Eine sündhaft teure Schwimmhalle versinkt im morastigen Grund. Ein Kirchturm beugt sich nach Fertigstellung "wie ein geknickter Phallus". Vier Toiletten werden geplant – für 2400 Soldaten.
13 Architekten misslingt ihr Bauwerk. Alle 13 gehen daran zugrunde und einige begehen sogar Suizid, weil sie das Scheitern nicht ertragen.

Die gefeierte Lyrikerin Charlotte Van den Broeck besucht diese 13 teils zeitgenössischen, teils jahrhundertealten Gebäude. Einer investigativen Journalistin gleich recherchiert sie Leben und Wirken der Architekten, die finanziellen und gesellschaftshistorischen Umstände, unter denen die Projekte entstanden sind. Während ihrer Reisen begegnet sie leidenschaftlichen, alltäglichen und skurrilen Menschen und verbindet das Gesehene und Erlebte mit eigenen Erfahrungen, Gefühlen, Erinnerungen. Und mit den Fragen: Welcher Wagemut, welche Leidenschaft und welche Opfer sind nötig, um etwas Großes zu schaffen? Und sollten wir nicht alle mehr scheitern dürfen?

Charlotte Van den Broeck, 1991 in Turnhout geboren, studierte englische und deutsche Literatur und Sprachkunst am Konservatorium Antwerpen. 2015 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband "Chamäleon", der mit dem flämischen Herman-de-Coninck-Preis für das beste Debüt des Jahres ausgezeichnet wurde. 2017 folgte ihre zweite Sammlung "Nachtroer", die mit dem Paul-Snoek-Preis für das beste niederländischsprachige Gedichtbuch ausgezeichnet wurde. "Wagnisse" schaffte es auf Anhieb auf die Bestsellerliste und kam in die engere Wahl für den wichtigen Boekenbon-Literaturpreis 2020.

Originaltitel: Waagstukken
Hardcover, 352 Seiten, farbig, 13.3 x 20.9 cm
ISBN: 978-3498002152
Übersetzt von Christiane Burkhardt
Rowohlt

Erscheinungsdatum: April 2021

Foto: © Charlotte van den Broeck, Wagnisse, April 2021